Wieviel lächerlicher kann man sich noch machen? Als die Stones vor mittlerweile, meines Wissens, mehr als 40 Jahren erstmals die Bühne betreten haben ihre Interpretationen von schwarzer, amerikanischer Soulmusik, damals zumeist noch gecovert von Bo Diddely, Muddy Waters und vielen anderen, zum besten gegeben haben, regte man sich über sie auf: Zu sexy, zu dreckig, zu verkommen, eine Gefahr für die Jugend, zu laut, zu viel Krawall, keine Musik etc. pp. Heute haben die Jungs die 60 längst überschritten, die meisten ihrer alten Kritiker sind lange tot und die von ihnen verführte Jugend ist schon lange lange nicht mehr als solche zu bezeichnen. Die Jungs können ohne Zweifel noch richtig rocken, davon konnte ich mich bereits mehr als einmal überzeugen. Sie sind jedoch seit vielen Jahren fernab davon eine Gefahr für die Jugend zu sein, ihre Texte sind kaum mehr als aufrührerisch zu bezeichnen und der Sex von dem sie immer noch singen und den sie, so man der Presse glauben kann, immer noch haben, ist gemessen an dem was heute usus ist, alles andere als skandalös. Und dennoch, obwohl die Band seit 40 Jahren nahezu ohne nennenswerte Variation die gleichen Sachen erfolgreich auf den Markt haut, obwohl die Texte von Satisfaction und Start me up seit Jahrzehnten bekannt sind, man Mick Jaggers androgynen Körper kennt und weiß mit welchen Posen und Gesten er sich Ausdruck verleiht gibt es auch heute tatsächlich noch ein kleines unbeugsames Völkchen von unbelehrbaren Puritanern und man verzeihe mir den Ausdruck "Klemmärschen" die die Herren auf die Bühne bitten und dann dort nichts weiter zu tun haben als schockiert Textzeilen zu zensieren.

 

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