So langsam aber sicher mache ich mir Sorgen, ich ertappe mich neuerdings immer öfter bei Ausfällen für die ich eigentlich noch zu jung sein sollte. Um ein Beispiel zu nennen, jedes Mal wenn ich bei J. zu Besuch bin und mich auf den Weg nach Hause machen will, ertappe ich mich, wie ich versuche ihre Wohnungstür mit meinem Haustürschlüssel zu öffnen, anstatt einfach die Klinke runterzudrücken und rauszugehen.
Bin ich nicht bei J. sondern bei Arbeitskollegen im Büro, oder vor öffentlichen Toilettentüren, kommt es des öfteren vor, dass ich vor verlassen des Raumes gedankenverloren vor der Tür stehe, klopfe und darauf warte, dass mir jemand die (natürlich offene Tür) öffnet, oder "Heraus" rauf. Meinen frisch gekochten Tee stelle ich gerne mal in den Schrank um hinterher meine Tasse zu suchen. Ich suche Zeit meines Lebens nach meinem verdammten Schlüssel, außer ich stehe vor fremden Türen und will raus, dann ist er wie von Zauberhand in meiner gar nicht so verzauberten Hand. Heute morgen hab ich den italienischen Espressokocher mit Wasser gefüllt, Kaffeepulver ins Sieb gegeben, das Sieb in die Kanne gesteckt und die ganze Geschichte auf den Herd gestellt ohne auch nur daürber nachzudenken, dass ich den Kannenteil ja noch aufschrauben könne, der Geruch 5 Minuten später hat mir wieder auf die Sprünge geholfen...

Ich bin doch noch nicht mal 30. Vor ein paar Jahren hab ich noch über die Mutter meiner Freundin gelacht, die auf die Frage warum Sie denn den Müll eingefroren habe antwortete: "Oh, dann habe ich das Brot wohl weggeworfen"
walküre meinte am 17. Aug, 14:06:
in anbetracht des titels deines beitrages werde ich jetzt nicht erzählen, dass zu meinen standards gehört, die kaffeemaschine einzuschalten und mich dann nach einiger zeit zu fragen, warum kein kaffeeduft das gemäuer durchweht (der strom kommt aus der steckdose, also wäre es angebracht, den stecker dort zu platzieren); ich werde mich hüten, zu berichten, dass ich - gottseidank im sommer - einmal im garten meinen hund vergessen habe, der sich dann bei anbruch der dunkelheit durchs wolfsähnliches heulen bemerkbar machte; irrelevant ist auch die tatsache, dass ich nach vier jahren meine eigene handynummer noch immer nicht im kopf habe (wird wohl auch nichts mehr werden, weil ich mich - zumindest einstweilen - noch nicht selber anrufe) ...

edit: wetten, dass du die wirklich wichtigen dinge im griff hast und solche "aussetzer" nur bei tätigkeiten zutage treten, die dein intellektuelles niveau bei weitem unterfordern ? klingt zwar vielleicht hochnäsig, aber bei MIR ist es so ... was meine familie und meine firma anbelangt, passieren mir solche dinge nie ... ich könnte mir vorstellen, dass möglicherweise das unterbewusstsein selektiert und sich nicht nicht um kleinigkeiten kümmert, wenn es wichtigeres zu denken gibt ! 
Eriador antwortete am 17. Aug, 14:41:
ich hoffe Dein Hund hat Dich noch gern ;) Aber was den Grundgedanken angeht, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass Du recht hast, zumal sich solche "völlig-neben-der-spur"-Aussetzer ja vorwiegend erst dann ereignen, wenn man sowieso nicht weiß wo einem der Kopf steht oder mal endlich mal Zeit hat sich zu entspannen. Was mir zu denken gegeben hat, ist, dass J. jetzt immer schon in erwartungsfrohes Schweigen sinkt, wenn ich mich auf den Weg Richtung Ausgang mache, sogesehen, beende ich für sie jeden Abend,den wir gemeinsam verbringen, mit einem Lacher, so hat dann auch alles sein Gutes. 
walküre antwortete am 17. Aug, 14:48:
es geht doch nichts über einen guten running gag ... "same procedure as every evening ?" :-) 
Eriador antwortete am 17. Aug, 14:51:
genauso, liebe walküre, genauso :) 
 

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